Welt der Sucht

Anfang 2005 erschien das Computerspiel World of Warcraft (kurz WoW). von Blizzard. Es ist ein Massen-Multiplayer-Online-Rollenspiel (engl. Massive Multiplayer Online Roleplaying Game, kurz MMORPG). Spieler übernehmen die Rolle eines Charakters innerhalb einer Fanatsy-Welt. In dieser Welt sind wiederum auch andere Spieler, da WoW online gespielt wird. Nicht nur das Spiel kostet dabei Geld, sondern für die Nutzung muss auch noch ein Abo bezahlt werden.

WoW läutete eine neue Dimension der vernetzten Computerspiele ein. Die virtuelle Welt verschwimmt immer mehr mit der realen Welt. Nicht nur, dass Gegenstände aus WoW für echtes Geld auf ebay gehandelt werden. Jetzt werden sogar Chinesen für 1,50 Euro pro Stunde bezahlt um für den Spieler in der Online-Welt zu arbeiten. Bei der Verschiebung der Wahrnehmung erreicht auch die Computerspielsucht eine neue Ebene.

In China wurde die Spielzeit gesetzlich auf 3 Stunden begrenzt. Aber wirklich schockierend sind die Erfahrungsberichte von vielen Spielern. So gehen überall in der Welt Beziehungen in die Brüche, Menschen verlieren ihre Arbeit und körperliches Leiden entsteht, bis hin zum Tod. Zwei Asiaten sollen ihr Kind während dem Spielen vergessen haben. Aufgrund der Vernachlässigung ist niemandem aufgefallen, dass das Kind erstickt ist.

Wie viel der Gerüchte stimmen ist unbekannt. Allerdings ist gesichert, dass es viele negative Auswirkungen auf die Spieler gibt und das Spiel eindeutig Suchtpotential hat. Erst langsam werden ernstzunehmende wissenschaftliche Studien veröffentlicht. Eine Diplomarbeit an der Universität Mainz stellt beispielsweise fest, dass 5% aller MMORPG-Spieler süchtig sind.

Zu wenig Beachtung findet diese neue Sucht. Jedoch gibt es Vorreiter. So hat die Psychologin Simone Trautsch ein Programm für computersüchtige Kinder aufgestellt. In Boltenwangen, einem Kurort an der Ostsee, wird den Kindern und Jugendlichen in einem vierwöchigen Programm beigebracht wieder in der realen Welt zu leben. Doch wie sieht es mit den Erwachsenen aus? Wer kümmert sich um die vielen Computersüchtigen, welche nur noch spärlich ihr Haus verlassen und sich von jeglichem Gemeinschaftsleben abkapseln?

Unsere Lösung ist der Abbau des Netzes. Und der Anfang ist leicht gemacht. Ohne Menschen existiert das Netz nicht. Also Hände weg von der Tastatur und einfach raus ins Leben!

Autor: Erik