Der chronisch verpasste Absprung

Fernsehen ist böse. Viele Menschen können mit dem Medium nicht umgehen. Sie verbringen endlose Stunden vor dem Bildschirm. Nicht weil sie etwas Bestimmtes sehen wollen, sondern weil sie den Absprung nicht schaffen. Die eigentliche Sendung ist vorbei, aber sie schaffen es nicht den Fernseher auszumachen. Es ist viel einfacher weiterzuzappen, anstatt abzuschalten und etwas Sinnvolles zu tun. Selbst wenn auf den anderen Kanälen nichts kommt zappen sie einfach weiter. Bis der Tag vorbei ist.

Wirklich entspannend ist diese Zeit auch nicht, denn die Aufmerksamkeit bleibt bei dem Dargebotenen – egal wie dämlich es ist.

Ähnlich verhält es sich mit dem Internet. Ein endloser Informationsstrom sorgt dafür, dass man seine Aufmerksamkeit ununterbrochen auf etwas Neues lenken kann. Die Ablenkungsmöglichkeiten sind grenzenlos. Ebenso grenzenlos ist auch der daraus resultierende Effekt auf die menschliche Freizeit. Viele Internetnutzer opfern ihre gesamte Zeit für virtuelle Aktivitäten. Vielleicht wollten sie nur kurz E-Mails abholen. Danach noch kurz Nachrichten lesen. Und ganz kurz die Statistiken ihrer Website kontrollieren. Und eben ein paar Weblogs lesen.

Absprung verpasst. Am Ende des Tages gehen sie unglücklich zu Bett, denn sie haben sich weder wirklich entspannt, noch haben sie etwas Produktives getan.

So vergeht Tag für Tag, Woche nach Woche. Irgendwann hilft dann nurnoch der Selbe radikale Schritt wie beim Fernsehen: Abschaffung des Mediums. Das Ende des Internets.

In diesem Sinne: Geht raus und tut was. Jetzt! Bevor der einzige Ausweg die Vernichtung des Internets wird.

Autor: Florian