Maßnahmen zur Entwöhnung vom Internet

Ihr seid tatsächlich abhängig, hörig , manisch, gierig, süchtig nach der Gegenwart einer Maschine? Au weia!

Wenn euch echt gar nichts mehr hilft: hier ein paar Tips, wie ihr euch selbst dabei unterstützen könnt, vom Internet loszukommen. Na ja, ehrlich gesagt werdet ihr wohl nicht mehr viel Freude an eurem Rechenknecht haben, wenn ihr euch sklavisch an die folgenden ”Empfehlungen zur Entwöhnung vom Internet” haltet. Dennoch eine gewisse Hilfestellung, um auf die Lösung aller Fragen zu kommen, stellen so manche dieser Aspekt dar.

Der erste Tip ist sozusagen der rudimentärste des Rechners. Er funktioniert auf Nullen und Einsen. Also An und Aus zuständen. Diese Aus-Zustände sind es die uns im Folgenden interessieren. Zieht einfach mal den Stecker und ihr werdet sehen wovon ich hier spreche.

Eine weitere Methode sich und seine Augen mal wieder zu entspannen, und nicht stur in den Flimmer-, Liquid- oder Plasmakasten zu starren ist, ihn ganz einfach abzuhängen, mit einem Tuch, einer Decke oder auch einem T-Shirt. Ganz egal womit, Hauptsache der ganze Bildschirm ist verhüllt. Das funktioniert in etwa so wie bei einem Vogel in einem Käfig, der sobald man den Käfig abhängt schläft. Sozusagen ein manueller Bildschirmschoner. Wenn wir schon mal an diesem Hardwaregerät herumexperimentieren, hier gleich noch ein weiterer Tip, wie man sich die klare Sicht auf den Monitor garantiert nimmt. Man schrubbt ihn mit Stahlwolle, bis er matt ist. Das ist dann auch wirklich mal ein Grund, das Ding Mattscheibe zu nennen.

Natürlich klebt man oft auch förmlich am Rechner. Was meint, man kommt nicht von ihm los. Warum? Ganz klar, weil man so schlau war, die Tastatur mit doppelseitigem Klebeband zu präparieren. Auch Sekundenkleber wird gerne benutzt, bevor man die Schutzabdeckung das letzte Mal am Tag, oder auch für immer, über die Tastatur stülpt. Was dann auch irgendwie dazu führt, dass man mit zwei bis vier Fingern an der Tastatur kleben geblieben ist. Also auch ´ne Möglichkeit, seine Zeit zu verbringen.

Ihr habt nun also eine neue Tastatur gekauft und sitzt schon wieder seit zig Stunden am Computer und spielt das neueste point ´n´click spiel im Internet. Auch hier die passende Entzugsmöglichkeit: Mausefallen auf dem Schreibtisch aufstellen. das Ganze in einem Radius von circa 20 Zentimetern, mehr Auslauf hat eine Computermaus sowieso in den seltensten Fällen.

Eine weitere, schwerstens zu empfehlende, Entzugsmöglichkeit wäre, die Computermaus mit Salat- oder Babyöl zu bestreichen. Auf diese Weise läuft wieder alles wie geschmiert. Da wir gerade dabei sind, ebenso effektiv ist es eine andere Tierart zu sich einzuladen, und zwar die Ameise. Diese lässt man dann lustige Straßen durch die Tastatur bauen. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass so selbst abgestorbene Zockerfinger wieder durchblutet werden. Kribbelt zwar ungut, hilft aber.

Man kann natürlich seiner Phantasie völlig freien Lauf lassen, wenn es darum geht, sich vom Rechner loszureißen und mal wieder zu schauen, in welcher Umgebung die eigene Wohnung eigentlich liegt, ob denn das Nachbarhaus noch steht, oder was man sonst noch so versäumt, wenn man ständig in einen Monitor starrt.

Man kann zur Entwöhnung auch stark beanspruchte Spielerechner gut und gerne mit einer selbst gebauten Wasserkühlung betreiben, hierzu einfach ab und zu einige Minuten das Gerät in der Badewanne mit kühlem Wasser plumpsen lassen und anschließend gut trockenreiben, oder auf der Heizung trocknen lassen.

Natürlich kann man sich auch ganz einfach etwas die Augen kaputt machen, indem man sich bei völliger Dunkelheit Monitorinhalte auf die Netzhaut brennt. Hierzu einfach Licht aus, Raum verdunkeln und lange genug in den Bildschirm starren. Sollte dies noch nicht ätzend genug sein, könnt ihr es obendrein mit einem 2000 Watt Scheinwerfer versuchen, den ihr euch ins Gesicht scheinen lasst, während ihr versucht den Monitor wahrzunehmen.

Wenn ihr nun immer noch nicht genug habt, ladet euch doch irgendeinen anständigen Virus oder Wurm runter, der sich so richtig geschmeidig durch euer System frazzt. Den bekommt ihr, wenn ihr Glück habt, indem ihr sämtlichen Mailinglisten die ihr ausmachen könnt beitretet und Spammails abonniert. Solltet ihr danach immer noch uneingeschränkten Zugang zu eurem Rechner haben, lasst euch doch ganz einfach ein Passwort von eurer Internetcommunity generieren. Eure liebgewonnenen Freunde oberchecker10037, coolpc87 oder nemo1993 könnt ihr doch vertrauen. Schließlich habt ihr in den letzten Wochen so viel Zeit miteinander verbracht.

Nein? Keine Freunde, die euch vor einer Überdosis Internet bewahren?! Na dann hilft es vielleicht, die Systemsprache eures Rechners auf chinesisch umzustellen. Nicht gut? Nein? Vielleicht einfach einsehen, dass es dem Internet ziemlich egal ist, wie süchtig ihr nach ihm seid. Der goldene Schuß, oder auch Gnadenschuß lässt manchmal unerträglich lange auf sich warten, nicht wahr? Vielleicht so lange, bis man eingesehen hat, dass das Inter nicht unbedingt immer nett zu einem ist?

Autor: Steffen